Betriebsratswahlen 2026

Die letzte Ausgabe unserer Interviewreihe der Betriebsräte aus unserer Region

Nicht mehr lange bis zu den Betriebsratswahlen 2026 in den Betrieben unserer Region. Hier lest ihr die ungekürzten Interviews unserer letzten drei Betriebe aus dem Ortsvorstand: Betriebsratswahl bei thyssenkrupp Rasselstein, Becker & Co. und der SPIE SAG. Viel Spaß beim Lesen!

Foto: Kai Myller

Lieber Marc, vor welchen Aufgaben steht ihr als Betriebsrat aktuell beim Rasselstein?
"Die ganze Stahlindustrie in Deutschland und Europa steht vor einem grundsätzlichen Änderungsprozess. Die anspruchsvolle und auch teure Transformatio, hin zum grünen Stahl in Zeiten von globalen (Wirtschafts-) Konflikten ist ein große Aufgabe für unsere Mutter, die thyssenkrupp Steel Europe AG. Dadurch ist auch für den Rasselstein weniger Geld da, um wichtige Investitionen oder Reparaturen tätigen zu können. Im Speziellen bei uns kommen dann noch die von der US-Regierung verhängten Strafzölle, hohe Energiepreise, hohe Importquoten asiatischer Produkte und sonstige Herausforderungen dazu. All das wirkt sich auf die Belegung und das Geschäft aus. Dadurch kommen wir als Betriebsrat natürlich auch in Situationen, die wir uns nicht immer wünschen. Aber, und davon bin ich fest überzeugt, finden wir immer einen guten Weg in der Sozialpartnerschaft, die bei uns auch funktioniert. Gerade der in der jetzigen Amtsperiode verhandelte und abgeschlossene Zukunftstarifvertrag hat das eindrucksvoll untermauert!"

 Was denkst du prägt die nächsten vier Jahre in eurem Gremium?
"Wir müssen als Gewerkschaft und betriebliche Mitbestimmung Einfluss auf politische Entscheidungen nehmen. Damit meine ich nicht nur die Rahmenbedingungen, hin zur Wettbewerbsgleichheit zu verändern, sondern gerade auch die hart erkämpften Arbeitnehmerrechte zu verteidigen. Bspw. läuft die Diskussion zur Arbeitszeit in eine ganz falsche Richtung!
Für uns im Betrieb geht es darum, die hohen Standards zu verteidigen und gerade unseren Zukunftstarifvertrag zu erfüllen. Wir werden uns mit Digitalisierung, insbesondere mit KI beschäftigen.
Weiterhin bleiben wir in der neuen Amtszeit ein verlässlicher (Ansprech-) Partner für unsere Kolleginnen und Kollegen.
Das tägliche Geschäft macht ein Großteil der Betriebsratsarbeit aus und jedes Thema genießt Aufmerksamkeit.
Natürlich haben wir auch strategische Ziele, die ich aber an dieser Stelle noch nicht verraten möchte.
Weiterhin möchte ich, möchten wir die Wirkmächtigkeit in Andernach hochhalten. Wir brauchen die Gewerkschaft an unsere Seite - wir sind eine Mitbestimmung. Von daher steht die Mitgliedergewinnung und Haltearbeit ebenso auf unserer Prioliste!"

Warum findest du Betriebsratsarbeit wichtig?
"Wenn mich  was stört, gibt es drei Optionen:
1.) Ich meckere im kleinen Kämmerlein
2.) Ich akzeptiere es
3.) Ich probiere es zu ändern, in dem ich mich engagiere, Argumente liefere und versuche es zu verbessern.
Ich fühle mich in der 3. Option am wohlsten. Mitbestimmung bedeutet ein Mitspracherecht und ich bin sehr froh, mich damals auf den Weg eingelassen zu haben. Ich weiß, ich kann was ändern, ich kann mitbestimmen!
Aber, auch das weiß ich, Mitbestimmung bedeutet auch Verantwortung zu übernehmen.
Und für diese Verantwortungsübernahme bekommt man nicht immer Applaus. Man muss aber manchmal auch das ganze Bild im Blick haben und nicht nur einen Ausschnitt.
Als ich damals kandidiert habe, konnte ich mir das Spektrum eines Betriebsrates noch nicht vorstellen. Wir beim Rasselstein bestimmen schon bei sehr vielen Themen mit und sind bei unserem Arbeitgeber voll akzeptiert und respektiert. Von daher kann ich Mitbestimmung nur empfehlen! :-)
Ich würde nie in einem Nicht-Mitbestimmten Unternehmen arbeiten wollen."

Hau mal raus: Deine Tipps für neue Betriebsratskolleg:innen?
"Einfach machen und sich auch nicht vom Weg abbringen lassen. Auch wenn es manchmal schwierig und aussichtslos erscheint, es tut sich immer ein Weg auf.
Betriebsratsarbeit ist nicht immer vergnügungssteuerpflichtig, macht aber - fast jeden Tag - Spaß.
Ich hatte schon viele Kolleginnen und Kollegen bei mir sitzen. Mit großen oder kleineren Problemen.
Und wenn man dann ein Problem - sei es noch so klein - gelöst hat, merkt man was Mitbestimmung bedeutet. Hat man dadurch den Kollegen eine Last abnehmen können, siegut beraten und man bekommt auch eine Rückmeldung oder ein Dank, dann hat man viel erreicht und es war ein sehr lohnenswerter Einsatz. Das und noch viel mehr ist Mitbestimmung und dafür brauchen wir motivierte Kolleginnen und Kollegen. 2030 ist wieder einen neue Wahl! *zwinkert*
Und da Markus ja unsere Demographie in der letzten Betriebsversammlung vorgestellt hat, haben wir Nachfolgeplanung natürlich auf dem Schirm." *zwinkert*

Vielen Dank für das Interview lieber Marc, das war wie immer sehr spannend. Wir wünschen dir und deinen Kolleg:innen viel Erfolg bei der Betriebsratswahl 2026!

 

Von: af

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