IG Metall Neuwied
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18.10.2017, 20:10 Uhr

DGB lud Landratskandidaten ein

Informative und anregende Podiumsdiskussion

  • 14.09.2017
  • Aktuelles

Die Antworten der Kandidaten auf die Abschlussfrage des Podiumsgespräches in der vhs ließen das Publikum schmunzeln, da sich die Bilder der beiden Kandidaten ergänzten wie viele ihrer Antworten trotz zum Teil sehr kritischer Fragen aus Gewerkschaftssicht. Achim Hallerbach sieht sich „als Stürmer, der etwas für den Landkreis nach vorne bringen will“, während Michael Mahlert sich als „Mittelfeldspieler“ versteht, der für die strategische Ausrichtung sorgt und die verschiedenen Positionen ins Spiel miteinander bringt. „Dann sind sie ja zusammen ein Dream-Team und dann ist zu schauen, wie man da eine gute Kombi hinbekommt“, war die Reaktion von Edith Sauerbier auf diese Fußball-Bilder, die für den DGB die Fragerunde moderierte.

Das lachende Podium Bild: DGB Region Koblenz

Eröffnet wurde die Veranstaltung durch Rüdiger Hof, den Kreisvorsitzenden des DGB Neuwied, der das Publikum begrüßte und ihnen die beiden Kandidaten vorstellte.

Die Antworten der beiden Kandidaten auf die Fragen, die die Gewerkschafter gesammelt hatten, ergänzten sich oft. So ging es um die Infrastruktur im Kreis, die unterschiedlichen Anforderungen an der Rheinschiene und in den Dörfern weiter weg davon, um neue Gewerbegebiete, Breitbandversorgung in den Schulen, aber auch preiswerte Grundstücke für junge Familien. Ein weiterer Fragekomplex befasste sich mit der Daseinsvorsorge, Energieversorgung und öffentlichen Personennahverkehr. Hier setzen beide Kandidaten auf erneuerbare Energien wie Fotovoltaik, Wasser, Verbrennung von Grünschnitt und Holz. Windenergie ist im Landkreis kein Thema mehr. Auch die medizinische Versorgung auf dem Land spielte eine Rolle ebenso wie der Ausbau der Kindertagesstätten. Durch den beitragsfreien Besuch der Kitas ziehen viele jungen Familien in den Kreis. Hallerbach sprach von der zunehmenden Bedeutung der Telemedizin und dem gleichzeitigen Erhalt von Krankenhäusern in der Fläche. Mahlert wies auf die Gemeindeschwester plus hin, ein Modell, das erfolgreich läuft und in der wohnortnahen Versorgung durch die Hausbesuche eine wichtige Rolle hat. Auch die Errichtung von Patientenbussen wurde erwähnt.

Auf die Frage nach der langfristigen Integration von Flüchtlingen antwortete Mahlert u.a. damit, dass er in diesem Zusammenhang bedauere, keine sogenannten gemeinnützigen Arbeiten mehr vergeben zu können, die einen Einstieg ins Arbeitsleben bedeuten könnten. Dabei war ihm klar, dass er damit eine andere Position vertrete als die Gewerkschaften.

Die Fragen aus dem Publikum kamen aus ganz unterschiedlichen Richtungen. So wurde nachgefragt, wie denn die Kandidaten als künftiger Landrat mit den sich jetzt auftuen-den Lücken in der deutschen Sprache von Auszubildenden, die als Flüchtlinge gekommen waren, umgehen werden. Für beide war klar, dass alles getan werden muss, damit es nicht zum Ausbildungsabbruch kommt und brachten die vhs als möglichen Träger für vertiefende Deutschkurse ebenso wie das MGH ins Spiel. Eine Frage nach der finanziellen Situation des Kreises machte deutlich, dass nicht viel Gestaltungsspielraum bleibt bei einem Haushalt, der zu fast achtzig Prozent bereits feststeht und für den Bereich Soziales und Jugend ist. Hallerbach macht an diesem Punkt deutlich, dass z.B. die Kosten für die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge bisher nicht wie zugesagt vom Land erstattet wurden und von daher stehe die Überlegung einer Klage im Raum. Auch die Frage nach der Kreisverwaltung als Arbeitgeber kam aus dem Publikum und beide Kandidaten wurden gefragt, wie sie denn mit befristeten Verträgen und 450 €-Jobs umgehen. Für beide sind befristete Verträge keine gute Lösung, oft aber durch die Begrenzungen im Haushalt nötig.

Das Fazit von Rüdiger Hof nach der Veranstaltung: "Ich habe viele positive Rückmeldungen bekommen. Unsere Fragen waren gut und die Kandidaten konnten ausführlich genug antworten, um ins Detail gehen zu können. Das hat richtig Spaß gemacht!"

Beide Kandidaten antworteten kenntnisreich und mit konkreten Beispielen, so dass es oft Applaus aus dem Publikum gab. Insgesamt haben etwa 60 Bürger und Bürgerinnen an der Veranstaltung teilgenommen. Veranstalter waren DGB Kreisverband Neuwied, IG Metall Neuwied und IG BCE Mittelrhein.


Bericht DGB Region Koblenz


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